JKK Antagonisten

Regulierung von Massenvorkommen des Jakobs-Greiskrautes (Senecio jacobaea L.) durch natürliche Antagonisten
 

In extensiv genutzten, naturschutzfachlich wertvollen Grünlandbeständen ist seit Mitte des letzten Jahrzehnts deutschlandweit eine starke Ausbreitung des Jakobs-Greiskrautes (syn. Jakobs-Kreuzkraut, „JKK“, Senecio jacobaea L.) zu beobachten. Aufgrund der von dieser Pflanzenart produzierten Fraßgifte (Pyrrolizidin-Alkaloide, „PAs“) ist von einer potenziellen Gesundheitsgefährdung für Menschen und Tiere auszugehen. Pyrrolizidin-Alkaloide aus Jakobs-Greiskraut können vom Menschen beispielsweise über Honig aufgenommen werden, von Tieren in der Regel über Futterkonserven (Heu, Heulage oder Silage). Durch die potenzielle Vergiftungsgefahr gefährden Jakobs-Greiskraut-Massenvorkommen die Nutzbarkeit und Akzeptanz naturschutzfachlich wertvoller, artenreicher extensiv genutzter Grünlandbestände. Klassische Verfahren zur Bekämpfung unerwünschter Grünlandarten wie Nutzungsintensivierung, Umbruch und Herbizideinsatz beschränken sich in ihrer Wirkung nicht auf das Jakobs-Greiskraut und gefährden somit die schützenswerte artenreiche Grünlandvegetation.

Neben vermutlich naturschutzfachlich vertretbaren mechanische Bekämpfungsstrategien, wie Mähen und Mulchen der Jakobs-Greiskraut-Bestände zu verschiedenen Zeitpunkten, ist eine weitere Option zur Regulation von Jakobs-Greiskraut-Beständen der Einsatz gezielt hierfür vermehrter und in hohen Initialdichten ausgebrachter herbivorer Antagonisten. Bisher liegen Erfahrungen zum Erfolg dieser Maßnahme aber nur aus Ländern vor, in denen Jakobs-Greiskraut und dessen Antagonisten nicht heimisch sind (z. B. Nordamerika und Neuseeland). Im natürlichen Vorkommensgebiet erscheint der gezielte Einsatz natürlicher Antagonisten insbesondere auf Flächen sinnvoll, die aufgrund ihres Mikroreliefs, fortgeschrittener Verbuschung oder hoher Bodenwassergehalte schlecht oder nicht befahrbarer sind; auf Flächen mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen könnte dieser die Regulierung der Jakobs-Greiskraut-Bestände verbessern.

Ziel des Forschungsprojektes ist es daher zu untersuchen welche Möglichkeiten der Einsatz der natürlichen Antagonisten zur Regulierung der Jakobs-Greiskraut-Bestände bietet, von welchen  Rahmenbedingungen (z. B. Landschaftsstruktur, Mahd oder Beweidung) der Erfolg der Maßnahme beeinflusst wird, ob es neben bereits bekannten, als effektiv eingestuften Antagonisten noch weitere vielversprechende Antagonisten gibt. Am Ende sollen den Nutzern extensiv bewirtschafteten Grünlands wirkungsvolle, naturschutzkonforme Maßnahmen zur Regulierung der Jakobs-Greiskraut-Bestände an die Hand geben werden.

 

Projektinformationen

Laufzeit: 2016-2020

Projektbeteiligte: Kathrin Schwarz M.Sc., Prof. Dr. Tim Diekötter, Dr. John Herrmann, PD Tobias W. Donath

Projektkooperationen:

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

JKK-Kompetenzzentrum der Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR)

 

Förderer:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)