Vegetationskundliche Untersuchungen I

Wiedervernässung eines Niedermoores zur Minderung unerwünschter Stoffausträge und zur Förderung der Artenvielfalt 

Die Duvenseebachniederung auf den Flächen des Hofes Ritzerau teilt ihr Schicksal mit vielen anderen Niedermooren in Schleswig-Holstein: Aufgrund großflächig angelegter Meliorationsmaßnahmen wurden viele Moore entwässert. Ein erheblicher Anteil heute gefährdeter Pflanzen- und Tierarten verlor so seinen Lebensraum. Aber auch die Fließgewässer wurden dadurch allmählich negativ verändert: Stoffe wie Nitrat und Phosphat, die in intakten oder nur extensiv genutzten Mooren noch gefiltert und festgelegt wurden, gelangen heute direkt in Gräben und Dränagen und damit schließlich auch in die Fließgewässer, wo sie zu einer massiven Eutrophierung führen können.

In mehreren Forschungsvorhaben des Ökologie-Zentrums wird seit einiger Zeit untersucht, unter welchen Voraussetzungen entwässerte Flächen durch ein allmähliches Anheben der Wasserstände wieder in einen naturnäheren Zustand gebracht werden können. Entsprechende Pläne zur Wiedervernässung liegen nun auch für die Duvenseebachniederung vor. Erste Maßnahmen sollen bereits im kommenden Winter umgesetzt werden. Ferner steht eine Ausweisung der Duvenseebachniederung als Naturschutzgebiet unmittelbar bevor.

Ziele der Vernässung sind eine Verminderung von Stoffausträgen in die Gewässer, eine Zunahme der pflanzlichen Artenvielfalt sowie die Förderung struktureller Vielfalt. Dem derzeitig noch in kleinen Restbeständen vorhandenen artenreichen Feuchtgrünland kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu.

Vor einem Jahr begann auf Hof Ritzerau ein Messprogramm sowohl im Niedermoor als auch im weiteren Wassereinzugsgebiet, um den jetzigen entwässerten Zustand zu charakterisieren. Mit weiteren Messungen während und nach der Vernässung können so Veränderungen und Auswirkungen auf das Ökosystem Niedermoor und die angeschlossenen Fließgewässer quantifiziert werden. Dadurch bietet sich die einzigartige Möglichkeit, eine Bilanz aus den beobachteten Veränderungen zu ziehen und Managementvorschläge den vorgegebenen Zielen anzupassen.

 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Joachim Schrautzer, Email: jschrautzer@ecology.uni-kiel.de
Dr. Kirsten Rücker, Email: kruecker@ecology.uni-kiel.de

Institut für Ökosystemforschung

Christian- Albrechts -Universität zu Kiel

Olshausenstraße 75
24118 Kiel




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