Zoologische Untersuchungen I

Regenwürmer als "Schlüsselorganismen" in Agrar-Ökosystemen

Die Regenwürmer üben äußerst wichtige Funktionen im Boden im Hinblick auf den Wasser- und Stoffhaushalt aus. Die Untersuchungen des Teilvorhabens haben folgende Ziele:

  1. die Zusammensetzung der Arten und ihre Lebensformen zu erfassen und
  2. die Leistungen der Regenwürmer hinsichtlich Stoffumsatz und Bodendurchmischung im Laufe der Umstellung von konventionellem zu ökologischem Landbau quantitativ zu verfolgen. 

Insgesamt wurden bisher auf den Äckern des Hofes Ritzerau 7 Regenwurmarten gefunden. Die Dichte schwankte zwischen 35 Ind. /m² und 535 Ind/m², die Biomasse zwischen 1,05 g/m² und 12,88 g Trockengewicht / m². Von der häufigsten Regenwurmart ist bekannt, daß sie 0,8 bis 0,9 g Kot / g Wurmgewicht am Tag erzeugt. Das bedeutet, daß die Art diese Menge an Bodensubstrat umschichtet. Dabei finden sowohl eine Umlagerung der entsprechenden Bodenmenge als auch Veränderung der organischen Bodensubstanz statt. Bei einer angenommenen Aktivitätszeit von 200 Tagen im Jahr werden auf den einzelnen Ackerschlägen zwischen 0,36 und 0,98 kg / m² an Boden umgesetzt. Für die gesamte Ackerfläche von 132 ha ergibt sich somit ein geschätzter Bodenumsatz von 902 Tonnen pro Jahr. Das sind ca. 27 große Lastwagen (38-Tonner).

 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Ulrich Irmler, Email: uirmler@ecology.uni-kiel.de

Institut für Ökosystemforschung

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Olshausenstraße 75
24118 Kiel




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