Zoologische Untersuchungen II

Käfer als Stellvertreter für die Artenvielfalt von Insekten

Insekten stellen die meisten der bisher bekannten Arten der Erde. Die Entfaltung ihrer Artenvielfalt ist allerdings an eine abwechslungsreiche Landschaft geknüpft, was in einem Bundesland wie Schleswig-Holstein, mit etwa 70 % landwirtschaftlich genutzter Fläche zu Konflikten führt. In diesem Teilprojekt sollen, auch in Hinblick auf die Agenda 21 (Rio de Janeiro 1998), geeignete Lösungen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen in Agrarlandschaften erarbeitet werden. Wir befassen uns dabei mit den Lauf- und Kurzflügelkäfern, die in den letzten 20 Jahren ein Forschungsschwerpunkt am Ökologie-Zentrum der Universität Kiel waren. Erste Daten reichen bis in die 50er Jahre zurück, so dass umfangreiche Vergleichsdaten von mittlerweile 228 Standorten aus Schleswig-Holstein vorliegen. Insbesondere die Laufkäfer sind in ein globales Netz zur Erforschung der Artenvielfalt eingebunden (GLOBENET-Programm).

Die von uns untersuchten Käfergruppen sind auf der Bodenoberfläche jagende Räuber und als Nützlinge für die Landwirtschaft von großer Bedeutung, da sich viele von ihnen beispielsweise von Blattläusen ernähren.

Auf den 190 ha Nutzfläche des Hofes Ritzerau werden seit Beginn des Projektes im Mai 2001 168 Standorte untersucht. An durch Satellitenortung (GPS) markierten Punkten werden die Artenverteilung und Artenzusammensetzung genau erfasst. Für die Jahre 2001/2002 wird zunächst der aktuelle Zustand kartiert. In den beiden nachfolgenden Jahren hoffen wir, erste Veränderungen im Artengefüge, verursacht durch die Umstellung zum ökologischen Landbau, nachweisen zu können.

Von Interesse ist dabei auch, welche Arten sich vermehrt ausbreiten, welche räumliche Distanzen in welchen Zeiträumen überwunden werden und ob geplante Maßnahmen wie Stillegungsstreifen durch bislang gefährdete Arten der Roten-Liste Schleswig-Holsteins genutzt werden können. Gleichzeitig dient die begonnene Arbeit als Grundlage für eine bisher weder in der Bundesrepublik noch im europäischen Ausland dagewesenen Langfrist-Untersuchung.

 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Ulrich Irmler, Email: uirmler@ecology.uni-kiel.de

Institut für Ökosystemforschung
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Olshausenstraße 75
24118 Kiel




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