Teilprojekt: Agrarökonomie

Ökologischer und konventioneller Landbau im Vergleich - Produktivität, technischer Fortschritt und Risiko

Zusammenfassung

Die Umstellung zum ökologischen Landbau hat sich für viele Betriebe als wirtschaftlich sinnvoll erwiesen. Jedoch herrscht bei vielen wechselwilligen, konventionellen Betriebsleitern die Ungewissheit vor, ob sich dieser Schritt als rentabel erweisen wird. Aus diesem Grund soll das vorgestellte Forschungsprojekt dazu beitragen, die Frage zu klären, für welche Betriebe ein Wechsel der Wirtschaftsweise zu empfehlen wäre. Hierzu wird das Produktivitätssteigerungspotential bestimmt, das sich durch eine Umstellung der Produktionsweise erzielen lässt. Darüber hinaus werden zwei weitere wichtige Aspekte analysiert, die es bei Umstellungsempfehlungen zu berücksichtigt gilt. So wird zum einen das Risiko von ökologischen im Vergleich zu konventionellen wirtschaftenden Betrieben genauer untersucht. Zum anderen soll geklärt werden, wie sich die Produktivität und der technische Fortschritt in den beiden Wirtschaftsweisen in den letzten Jahren entwickelt hat, um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des ökologischen Landbaus besser einschätzen zu können Die Ergebnisse dieser Arbeit werden sowohl für Landwirte als auch für die landwirtschaftliche Beratung von großem Interesse sein, um die Chancen und Risiken einer Umstellung auf ökologische Produktionsweise besser einzuschätzen zu können. Des Weiteren werden wertvolle Informationen für die Politik bereitgestellt, die eine zielgerichtete Ausgestaltung der Umstellungsförderung ermöglichen. 

Stichwörter

Agrarökonomie, Ökolandbau, Produktivitätssteigerungspotential, Umstellungsempfehlung

 

Teilprojektinformationen

Teilprojektlaufzeit: 01.07.2007 bis 30.06.2011  
Wissenschaftliche Koordination: Prof. Dr. Uwe Latacz-Lohmann 
Wissenschaftliche Bearbeiter: MSc. N. Schulz; MSc. T. Tiedemann 
Ehemalige Mitarbeiter: Dr. Günther Gubi 
Externe(s) Institut(e): Institut für Agrarökonomie


Einleitung und Ziele

Das Thema „Ökologischer Landbau“ hat seit Ende der 80er Jahre in der Öffentlichkeit, in Politik, Wissenschaft und Verbänden zunehmend Aufmerksamkeit gefunden. Die ökologische Landwirtschaft wird als eine ressourcenschonende und dauerhaft umweltgerechte Form der Landbewirtschaftung gesehen und hat sich auch ökonomisch als echte Alternative zum konventionellen Landbau erwiesen. Durch sinkende Erlöse in der konventionellen Landwirtschaft hat sich für einen großen Teil der heutigen Ökobetriebe die Umstellung auf ökologischen Landbau in den vergangenen Jahren als wirtschaftlich interessanter Weg herausgestellt. Innerhalb der Gruppe der ökologisch wirtschaftenden Betriebe bestehen trotz steigender Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten und finanzieller staatlicher Unterstützung erhebliche Erfolgs- und Effizienzunterschiede. Dieses von der Fielmann AG geförderte Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Aufdeckung und Erklärung solcher Erfolgs- und Effizienzunterschiede. Konkret sollen die folgenden Fragestellungen untersucht werden:

  1. Welche Faktoren determinieren die technische Effizienz ökologisch wirtschaftender Betriebe?
  2. Wie groß ist der Einfluss der so ermittelten Faktoren auf die Effizienz?
  3. Welche Faktoren bestimmen den finanziellen Erfolg oder Misserfolg ökologisch wirtschaftender Betriebe?
  4. Welche „ökologischen Unternehmensstrategien“ haben sich als ökonomisch nachhaltig erwiesen?

Die Ergebnisse dieser Arbeit werden außer für Berater und die Agrarpolitik besonders für Landwirte von Interesse sein, die in Zukunft auf ökologischen Landbau umstellen möchten. Eine Abschätzung der Erfolgsaussichten für Einzelbetriebe kann einerseits dazu beitragen, Fehlumstellungen zu vermeiden, andererseits können Fördermittel gezielt in solche Betriebe gelenkt werden, die die Voraussetzungen für eine nachhaltig erfolgreiche ökologische Bewirtschaftung am besten erfüllen.

Im Folgenden werden die beiden zuerst genannten Fragen näher untersucht und beantwortet werden. Zusätzlich zur Beantwortung dieser Fragen werden weitere Ergebnisse der Effizienzanalyse wie etwa die Skaleneffizienz und das Skalenertragsverhalten der analysierten Betriebe dargestellt sowie eine Zielwertanalyse durchgeführt. Die Beantwortung der weiteren Fragen findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

 

Daten und methodisches Vorgehen

Die Datengrundlage dieser Auswertung bilden 241 betriebswirtschaftliche Jahresabschlüsse ökologisch wirtschaftender Voll- und Nebenerwerbsbetriebe des Wirtschaftsjahres 2001/02. Die Betriebe des zur Verfügung stehenden Datensatzes werden entsprechend ihrer Betriebsform in Verbund-, Marktfruchtbau- und Milchviehbetriebe aufteilen. Aus den Buchführungsabschlüssen lassen sich sechs Kennzahlen aggregieren, welche als Input- und Outputvariablen in die Effizienzanalyse einfließen. Die Mittelwerte der fünf Inputs und des Outputs „Landwirtschaftliche Erzeugung“ sind in Tabelle 1 dargestellt.

 Tab.1: Mittelwerte der Input- und Outputgrößen.

  Verbundbetriebe
(n = 62)
Marktfruchtbaubetriebe
(n = 62)
Milchviehbetriebe
(n = 117)
Land. Nutzfläche (ha) 97 92 52
Arbeitseinsatz (AK) 2.54 1.90 1.76
Materialaufwand (€) 63825 47609 38571
Sonst. betr. Aufwand (€) 38357 28344 24498
Kapital (€) 27957 22273 23877
Landw. Erzeugung (€) 195743 152253 143262

 

Die in Tabelle 1 aufgezeigten Größen fließen als Inputs und Outputs zur Ermittlung der einzelbetrieblichen Effizienz in die Data Envelopment Analyse (DEA) ein. Die DEA gehört zu den Frontierkonzepten, welche dadurch gekennzeichnet sind, dass die effizienten Betriebe eine Produktionsfrontier (den „effizienten Rand der Technik“) bilden und einen Effizienzwert von Eins erreichen. Diese Betriebe produzieren mit geringst möglichem Inputeinsatz ein gegebenes Outputniveau. Für die übrigen (nicht effizienten) Betriebe werden Effizienzmaße berechnet, indem der Abstand dieser Betriebe zum effizienten Rand der Technik ermittelt wird. Der Effizienzwert eines Betriebes (als relative Maßeinheit) wird bestimmt, indem die Betriebe mit einem virtuellen oder realen Referenzpunkt auf der Produktionsfrontier verglichen werden. Daraufhin kann ein Ranking der Betriebe anhand der errechneten Effizienzwerte vorgenommen werden. Mit Hilfe dieser Effizienzwerte lassen sich durch Anwendung regressionsanalytischer Verfahren die effizienzbestimmenden Faktoren der ökologisch wirtschaftenden Betriebe analysieren. Die DEA stellt jedoch weitere Ergebnisse dar, die über eine reine Effizienzcharakterisierung hinausgehen. So kann durch eine Stärken- und Schwachstellenanalyse herausgearbeitet werden, welche Inputs und Outputs in welchem Umfang zur Effizienz oder Ineffizienz eines Betriebes beitragen. Weiterhin findet ein sog. „Target Setting“ statt, welches zeigt, an welchen Referenzpunkten (Benchmarks) sich ineffiziente Vergleichseinheiten orientieren. Durch das Identifizieren dieser Benchmarks lassen sich produktionstechnische Verbesserungspotentiale differenziert nach einzelnen Inputs und Outputs aufzeigen und quantifizieren.

 

Ergebnisse

Im Folgenden werden die Ergebnisse der DEA sowie die Resultate weitergehender statistischer Auswertungen dargestellt. 

Effizienz- und Skaleneffizienzwerte

Tabelle 2 zeigt die mittels DEA errechneten durchschnittlichen Effizienz- und Skaleneffizienzwerte. Je kleiner die Skaleneffizienz eines Betriebes ist, desto ungünstiger ist der Einfluss der Skalengröße auf die Produktivität dieser Vergleichseinheit. Skaleneffizienz ist dann erreicht, wenn die Ausdehnung der in der Produktion eingesetzten Produktionsfaktoren nicht mehr zu einer Steigerung der Produktivität führt. 

Tab. 2: Effizienzwerte, Skaleneffizienzen und Rangsummentest

  Verbundbetriebe Marktfruchtbaubetriebe Milchviehbetriebe
Mittelwert (%)  
VRS-Effizienz 87 81 84
Skaleneffizienz 92 90 94
Median (%)  
VRS-Effizienz 90 83 83
Skaleneffizienz 97 96 96
Standardabweichung  
VRS-Effizienz 0.139 0.169 0.113
Skaleneffizienz 0.132 0.135 0.063
Minimum (%)  
VRS-Effizienzwerte 48 44 59
Skaleneffizienz 27 45 72
Anteil effizienter Betriebe (%) 35 26 16
Anteil skaleneffizienter Betriebe (%) 16 13 9

 

Die Ergebnisse der Tabelle 2 zeigen, dass das arithmetische Mittel der Effizienzwerte der untersuchten Betriebsformen zwischen 81 und 87 % liegt. Die Milchviehbetriebe weisen hierbei die geringste, die Verbundbetriebe die höchste Standardabweichung auf. Einzelne Betriebe des untersuchten Datensatzes erreichen nur Effizienzwerte von 44–59 % und weisen somit erhebliche Ineffizienzen auf. Weiterhin zeigt sich, dass der Anteil der effizienten Betriebe bei den Milchviehbetrieben mit 16 % geringer ist als bei den Verbund- und Marktfruchtbaubetrieben. Die Betrachtung der durchschnittlichen Skaleneffizienz der Milchviehbetriebe zeigt, dass diese mit 94 % bei geringen Standardabweichungen am höchsten ist. Während 16 % der Verbundbetriebe eine skaleneffiziente Produktion aufweisen, ist dieses bei den Milchviehbetrieben bei nur 9 % der Fall.

Um Unterschiede in den Effizienzwerten sowie den Skaleneffizienzen zwischen den einzelnen Betriebsformen untersuchen zu können, wird ein Vergleich der Betriebsformen hinsichtlich ihrer zentralen Tendenz (Mittelwerte) mit Hilfe des non-parametrischen Kruskal-Wallis H-Test durchgeführt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 dargestellt. 

Tab. 3: Rangsummentest

Kruskal-Wallis H-Test Verbundbetriebe Marktfruchtbaubetriebe Milchviehbetriebe Chi-Quadrat Asymp. Signifikanz
VRS-Effizienz (mittlere Ränge) 137.84 111.58 117.07 5.190 0.075
Skaleneffizienz (mittlere Ränge) 125.11 114.39 122.32 0.817 0.665

 

Es zeigt sich, dass kein signifikanter Unterschied zwischen den durchschnittlichen Effizienz- und Skaleneffizienzwerten der untersuchten Betriebsformen besteht. Somit kann keiner der drei Betriebsformen eine höhere durchschnittliche Effizienz oder Skaleneffizienz zugesprochen werden. 

Skalenertragsverhalten

Um eine Aussage treffen zu können, ob ein Betrieb zur Steigerung seiner Produktivität seine Produktion ausweiten oder einschränken muss, ist eine Betrachtung des Skalenertragsverhaltens notwendig. 

Tab. 4: Skalenertragsverhalten

  Betriebe unter
zunehmenden
Skalenerträgen (%)
Betriebe unter
konstanten
Skalenerträgen (%)
Betriebe unter
abnehmenden
Skalenerträgen (%)
Verbundbetriebe 35 16 48
Marktfruchtbaubetriebe 63 13 24
Milchviehbetriebe 69 9 22

 

Anhand der in Tabelle 4 dargestellten Größen ist zu beobachten, dass ein hoher Anteil der Marktfruchtbau- und Milchviehbetriebe unter zunehmenden Skalenerträgen wirtschaften. Während etwa 60 % der Marktfruchtbaubetriebe ein solches Skalenertragsverhalten zeigen, wirtschaften bei den Milchviehbetrieben fast 70 % unterhalb der optimalen Skalengröße. Eine Ausnahme bilden die Verbundbetriebe, welche mit 35 % den geringsten Anteil an Betrieben im Bereich zunehmender Skalenerträge aufweisen. Die Hälfte der Verbundbetriebe liegt hingegen im Bereich abnehmender Skalenerträge und hat somit die optimale Skalengröße überschritten. Eine Erhöhung des Inputeinsatzes würde bei diesen Betrieben zu einer Verminderung der Produktivität der landwirtschaftlichen Produktionsprozesse führen. Im Gegensatz dazu würde aus einer Einschränkung des Produktionsumfanges eine Steigerung der Produktivität resultieren. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist jedoch zu beachten, dass die einfache Ausweitung bzw. Einschränkung der Produktion allein noch nicht als effizienzbeeinflussender Faktor angesehen werden kann, da auch Rationalisierungsmaßnahmen sowie das Implementieren technischen Fortschritts zu einer Steigerung der Produktivität führt. 

Einsparungspotenziale

Ein weiteres von der DEA bereitgestelltes Ergebnis sind die in Tabelle 5 dargestellten Einsparungspotenziale der untersuchten Betriebe. Die angegebenen Werte stellen die Inputmengen dar, die von den ineffizienten Betrieben eingespart werden müssen, um eine effiziente Produktion realisieren zu können. 

Tab. 5: Einsparungspotenziale der Untersuchungsbetriebe

  Fläche
(ha)
Materialaufwand
(€/ha)
sonst. betr. Aufwand
(€/ha)
Arbeit
(Akh/ha)
Kapital
(€/ha)
Verbundbetriebe 23 64 75 10 66
Marktfruchtbaubetriebe 29 110 133 16 101
Milchviehbetriebe 10 126 146 14 166

 

Es wird deutlich, dass bei allen Betriebsformen erhebliches Einsparungspotenzial besteht. So können bspw. die Verbundbetriebe bei der Produktion der landwirtschaftlichen Erzeugnisse neben einer Fläche von 23ha auch 10Akh/ha und 205 €/ha einsparen. Allerdings sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich einerseits bei diesen Ergebnissen um Durchschnittswerte handelt und bei der Interpretation individuelle Betriebscharakteristika zu berücksichtigen sind und andererseits einzelne Betriebe besonders hohe Einsparungspotenziale aufweisen, welche zu Verzerrungen der Durchschnittswerte führen können. 

Effizienzbestimmende Faktoren

Zur Beantwortung der Frage nach den Bestimmungsfaktoren der einzelbetrieblichen Effizienz wird im Folgenden eine Regressionsanalyse durchgeführt. Da die Effizienzwerte, welche die abhängige Variable darstellen, in einem Bereich von Null bis Eins liegen und somit nicht normalverteilt sind, wird statt einer linearen Regression ein Tobit-Regressionsmodell angewendet. Im Folgenden werden einige wesentliche Ergebnisse der in Tabelle 6 abgetragenen Ergebnisse der Regressionsanalyse des Wirtschaftsjahres 2001/02 dargestellt. 

Tab. 6: Effizienzbestimmende Faktoren ökologisch wirtschaftender Betriebe des WJ 01/02

  Verbundbetriebe Marktfruchtbaubetriebe Milchviehbetriebe
Betriebsleiter ist männlich n.s. --* n.s.
Schulausbildung des Betriebsleiters -* -* n.s.
Ausbildung des Betriebsleiters in der Landwirtschaft n.s. n.s. n.s.
Haupterwerb -*** -* n.s.
Lage in benachteiligten Gebieten n.s. n.s. +**
Flächen mit Bewirtschaftungsauflagen --** n.s. --**
Anteil an Dauergrünland --** n.s. n.s.
Kuhzahl n.a. n.a. +*
Ertragsmesszahl n.s. +* n.s.
Akh/ha n.s. +* +*
Anteil Familienarbeitskräfte --* n.s. n.s.
Spezialisierungsgrad n.s. +** +**
Bevölkerungsdichte +* +* n.s.
Hofladen vorhanden n.s. --* n.s.
Flächenausstattung n.s. n.s. +**
Log likelihood 45.9203 40.5649 98.0908
Chi² 0.000 0.000 0.0048
-- großer neg., - neg., + pos., ++ großer pos. Einfluss; n.s. = nicht signifikant; n.g. = nicht analysiert. Signifikant auf dem Niveau von * = 0.01 (** = 0.05; *** = 0.1)

 

Aus Tabelle 6 wird deutlich, dass für Milchviehbetriebe die Betriebsgröße einen positiven Einfluss auf die Effizienz ausübt. So weisen sowohl die Flächenausstattung als auch die Zahl der Milchkühe signifikant positive Werte auf. Weiterhin zeigt sich, dass spezialisierte Milchviehbetriebe höhere Effizienzwerte aufweisen als weniger spezialisierte. Unter Berücksichtigung der Ergebnissen der Berechnung des Skalenertragsverhaltens, nach denen bei einem Großteil der Milchviehbetriebe eine Betriebsvergrößerung zu einer Erhöhung der Produktivität führen würde, zeigt sich, dass das Gros der Betriebe somit durch eine Vergrößerung bei gleichzeitiger Spezialisierung des Betriebes erhebliches Effizienzsteigerungspotenzial hat. Es wird jedoch in weiteren Analysen zu prüfen sein, ob nicht auch flächenärmere Betriebe aller Betriebstypen durch bspw. die Produktion qualitativ hochwertiger Produkte, die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Rohprodukte im eigenen Betrieb oder den Verkauf selbst produzierter Erzeugnisse ab Hof ebenfalls effizient wirtschaften können. Auf die Möglichkeit, dass auch kleinere Betriebe effizient sein können, weist auch das Ergebnis hin, dass die Erwerbsform des Haupterwerbsbetriebes bei den Betriebsformen Verbund- und Marktfruchtbaubetrieb einen negativen Einfluss auf die Effizienz besitzen. Ebenfalls zeigt sich bei diesen beiden Betriebsformen ein positiver Einfluss der Bevölkerungsdichte und somit der Marktnähe auf die Effizienz. Gerade für Ökobetriebe der Betriebsformen Verbund und Marktfruchtbau besteht die Möglichkeit der Produktion von Gütern, die sich direkt oder in leicht veränderter Form an den Verbraucher verkaufen lassen. Hier haben marktnahe Betriebe den Vorteil der geringen Transaktionskosten. Gegen diese Überlegung spricht jedoch das Ergebnis, dass Marktfruchtbaubetriebe, die über einen Hofladen verfügen, tendenziell geringere Effizienzwerte aufweisen als Betriebe ohne diese Einrichtung. Abschließend soll festgehalten werden, dass zwar die Ausbildung des Betriebsleiters im landwirtschaftlichen Bereich keine signifikanten Werte aufweist, sich ein höherer Schulabschluss des Betriebsleiters hingegen negativ auf die Effizienz eines Betriebes auszuwirken scheint. Eine Erklärung kann hierfür an dieser Stelle jedoch nicht gegeben werden.

 

Weiteres Vorgehen

  1. Einteilung der Betriebsformen in Größenklassen
  2. Prüfung der Stabilität der Ergebnisse durch Anwendung der stochastischen Frontieranalyse (SFA)
  3. Testen des Zusammenhanges zwischen Erfolg und Effizienz
  4. Ableitung der erfolgsbestimmenden Faktoren
  5. Ableitung ökonomisch nachhaltiger Unternehmensstrategien für ökologische Betriebe

 




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