Perdixarthrix

Rebhuhn (Perdix perdix) in Schleswig-Holstein: Auswirkungen des Wildpflanzenanbaus auf Arthropoden und deren ökologische Funktion

Der Verlust natürlicher und naturnaher Landschaftselemente in modernen Agrarlandschaften führte nicht nur zum Rückgang vieler Bodenbrüter, sondern auch von Arthropoden und den damit verbundenen Ökosystemdienstleistungen. Zudem befürchten Landwirte durch die Anlegung von neuen Wildpflanzenflächen Ertragsverluste und erhöhte Fraßschäden durch Schädlinge. Zu diesem Hintergrund werden in diesem Projekt relevante Arthropodengruppen auf Wildpflanzenflächen in Schleswig-Holstein erfasst und ausgewertet um folgende Ziele zu erreichen:

  • Einfluss der Aussaat von Wildpflanzenflächen auf die Arthropodendiversität als Nahrungsressource für Bodenbrüter
  • Naturschutzfachliche Bewertung des Einflusses von Wildpflanzenflächen auf gefährdete Arthropoden
  • Ökologisch optimierte Standortwahl der Wildpflanzenflächen zur Förderung von Ökosystemdienstleistungen

 

Thema 1: Einfluss von transienten (Ackerlebensräume) und permanenten (natürliche) Landschaftsstrukturen auf die Arthropodendiversität auf Blühflächen

In Schleswig-Holstein wurden 12 Blühflächen anhand eines Gradienten hinsichtlich des prozentualen Anteils von Ackerlebensräumen und natürlichen Strukturen ausgewählt. Ziel dieser Studie ist es herauszufinden in welchen dieser Landschaften die Blühflächen den positivsten Einfluss auf die Diversität ausgewählter Arthropodengruppen haben. Dazu sollen von Mai bis August Bodenfallen und Gelbschalen aufgestellt und Saugerproben genommen werden.

Tätigkeiten: Freilandarbeit (Aufbau und Leerung von Fallen), Laborarbeit (Präparation und Bestimmung von Arthropoden), Statistik, GIS, Landschaftskartierung

Folgende Arthropodengruppen eignen sich für die Bearbeitung: Käfer (Coleoptera), Spinnen (Araneae), Stechimmen (Aculeata; Hummeln, Bienen, Wespen, Ameisen, usw.), Wanzen (Heteroptera), Blattläuse (Aphidoidea)

Zeitraum: Mai bis August 2017

Umfang: Bachelorarbeit

Vorkenntnisse zu Arthropodengruppen oder den oben genannten Tätigkeiten wären von Vorteil, sind aber keine Voraussetzung. Bei engagierter Mitarbeit im Projekt und in der AG wird eine Beteiligung bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Publikation in Aussicht gestellt.

Kontakt: Hannes Hoffmann (h.hoffmann@ecology.uni-kiel.de)

 

Thema 2: Einfluss von transienten (Ackerlebensräume) und permanenten (natürliche) Landschaftsstrukturen auf die Nahrungsverfügbarkeit für das Rebhuhn während der Jungenaufzucht

Die Rebhuhn-Populationen in S-H bewegen sich mit etwa 8.000 Brutpaaren auf einem niedrigen Niveau. Der Verlust essentieller Landschaftselemente (Hecken, Feldraine, Gräben) und der Mangel an abwechslungsreicher und arthropodendominierter Nahrung zur Aufzucht der Küken bedingen eine hohe Sterblichkeit der Jungvögel. Zu diesem Hintergrund sollen 12 angelegte Blühflächen anhand eines Gradienten hinsichtlich des prozentualen Anteils von Ackerlebensräumen und natürlichen Strukturen untersucht werden. Ziel dieser Studie ist es herauszufinden in welchen dieser Landschaften die Blühflächen den größten Ertrag an potentieller Nahrungsressource für das Rebhuhn bereitstellen. Dazu sollen von Mai bis Juli Bodenfallen aufgestellt und Saugerproben genommen werden und die Biomasse relevanter Arthropodengruppen bestimmt werden.

Tätigkeiten: Freilandarbeit (Aufbau und Leerung von Fallen), Laborarbeit (Präparation und Bestimmung (NICHT auf Artniveau) von Arthropoden, Bestimmung von Biomasse), Statistik, GIS, Landschaftskartierung

Folgende Arthropodengruppen eignen sich für die Bearbeitung: Käfer (Coleoptera), Spinnen (Araneae), Stechimmen (Aculeata; Hummeln, Bienen, Wespen, Ameisen, usw.), Wanzen (Heteroptera), Blattläuse (Aphidoidea)

Zeitraum: Mai bis August 2017

Umfang: Bachelor-/Masterarbeit

Vorkenntnisse zu Arthropodengruppen wären von Vorteil, sind aber keine Voraussetzung. Bei engagierter Mitarbeit im Projekt und in der AG wird eine Beteiligung bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Publikation in Aussicht gestellt.

Kontakt: Hannes Hoffmann (h.hoffmann@ecology.uni-kiel.de)

 

Thema 3: Einfluss von transienten (Ackerlebensräume) und permanenten (natürliche) Landschaftsstrukturen zur Förderung von Ökosystemdienstleistungen

In Schleswig-Holstein wurden 12 Blühflächen anhand eines Gradienten hinsichtlich des prozentualen Anteils von Ackerlebensräumen und natürlichen Strukturen ausgewählt. Ziel dieser Studie ist herauszufinden in welchen dieser Landschaften ausgewählte Ökosystemdienstleistungen gefördert werden können. Dazu können von Mai bis August folgende Experimente durchgeführt werden:

Thema 3.1: Schädlinge und Nützlinge

Landwirte befürchten durch die Anlage von Wildpflanzenflächen oft Vertragsverluste und Fraßschäden durch Schädlinge. Zu diesem Hintergrund sollen hier mit Hilfe von Gelbschalen Schädlinge (Blattläuse) und Nützlinge (Schwebfliegen, Florfliegen, Marienkäfer, parasitoide Wespen) auf Blühflächen aufgenommen werden und deren Verhältnisse mit den unterschiedlichen Landschaften verglichen werden. Ziel ist es herauszufinden in welchen Landschaften angelegte Blühflächen den positivsten Einfluss auf das Schädling-Nützling-Verhältnis haben.

Tätigkeiten: Freilandarbeit (Aufbau und Leerung von Fallen), Laborarbeit (Präparation und Bestimmung der ausgewählten Arthropoden), Statistik

Zeitraum: Mai bis August 2017

Umfang: Bachelor-/Masterarbeit

Vorkenntnisse zu den Arthropodengruppen wären von Vorteil, sind aber keine Voraussetzung. Bei engagierter Mitarbeit im Projekt und in der AG wird eine Beteiligung bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Publikation in Aussicht gestellt.

Kontakt: Hannes Hoffmann (h.hoffmann@ecology.uni-kiel.de)

 

Thema 3.2: Dungkäfer

Dungkäfer fördern weltweit wichtige Ökosystemdienstleistungen wie den Nährstofftransport, Pflanzenwachstum, Samenverbreitung und Bodenbearbeitung. Zu diesem Hintergrund sollen auf den ausgewählten Flächen Dungproben ausgebracht und deren Abtransport dokumentiert werden. Ziel ist es herauszufinden in welchen Landschaften angelegte Blühflächen die Ökosystemdienstleistungen von Dungkäfern am besten fördern können.

Tätigkeiten: Freilandarbeit (Aufbau und Leerung von Bodenfallen, Ausbringung von Dung), Laborarbeit (Präparation und Bestimmung von Dungkäfern, Massebestimmung von Dung), Statistik, GIS, Landschaftskartierung

Zeitraum: Juni bis Juli 2017

Umfang: Bachelor-/Masterarbeit

Vorkenntnisse zu Käfern wären von Vorteil, sind aber keine Voraussetzung. Bei engagierter Mitarbeit im Projekt und in der AG wird eine Beteiligung bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Publikation in Aussicht gestellt.

Kontakt: Hannes Hoffmann (h.hoffmann@ecology.uni-kiel.de)

 

Thema 3.3: Samen- und Insektenprädation

Landwirte befürchten durch die Anlage von Wildpflanzenflächen oft Vertragsverluste und Fraßschäden durch Schädlinge. Andererseits sollten vor allem räuberische und granivore (samenfressende) Arthropoden, vor allem Laufkäfer, durch das erhöhte Nahrungsangebot gezielt gefördert werden, die wichtige Ökosystemdienstleistungen erfüllen. Zu diesem Hintergrund sollen auf den ausgewählten Flächen Samenkarten und tote Insekten ausgebracht und deren Prädation bestimmt werden. Ziel ist es herauszufinden in welchen Landschaften angelegte Blühflächen die Ökosystemdienstleistung der Samen- und Insektenprädation am besten fördern können.

Tätigkeiten: Freilandarbeit (Ausbringen von Samenkarten und Insekten), Laborarbeit, Statistik, GIS, Landschaftskartierung

Zeitraum: Juni bis Juli 2017

Umfang: Bachelor-/Masterarbeit

Vorkenntnisse zu den oben genannten Tätigkeiten wären von Vorteil, sind aber keine Voraussetzung. Bei engagierter Mitarbeit im Projekt und in der AG wird eine Beteiligung bei der Erstellung einer wissenschaftlichen Publikation in Aussicht gestellt.

Kontakt: Hannes Hoffmann (h.hoffmann@ecology.uni-kiel.de)