Artenreichtum in Küsten-Sandtrockenrasen

Artenreichtum in Küsten-Sandtrockenrasen der Kurischen Nehrung und des Samlandes auf unterschiedlichen räumlichen Skaleneben

Kurzfassung:

Flechten und Moose können in Sandtrockenrasen hohe Artenzahlen erreichen, werden in pflanzensoziologischen Vegetationsaufnahmen jedoch oft nur teilweise berücksichtigt. Da die Artenzahl einer Vegetationsaufnahme von deren Flächengröße beeinflusst wird, wurden Arten-Areal-Beziehungen untersucht und die Artenzusammensetzung von Vegetationsaufnahmen gleicher Flächengröße auf unterschiedlichen Skalenebenen miteinander verglichen. Das Untersuchungsgebiet liegt an der südöstlichen Ostseeküste in der russischen Provinz Kaliningrad. Vegetationsaufnahmen nach LONDO (1975) wurden mit der Einflächenmethode auf Flächengrößen von 0,0001, 0,0025, 0,01, 0,0625, 0,25, 1, 4 und 16 m² aufgenommen. Die artenreichsten untersuchten Küsten-Sandtrockenrasen sind Bestände der Potentilla argentea-Poa angustifolia-Gesellschaft mit durchschnittlich 47 Arten/16 m². Pionierstadien des Helichryso-Jasionetum sind mit durchschnittlich etwa 15 Arten/16 m² artenarm. Ältere Sukzessionstadien weisen jedoch durch ihren Flechtenreichtum doppelt so hohe Artendichten auf. In den untersuchten Sandtrockenrasen sind Flechten gegenüber den Gefäßpflanzen auf Untersuchungsflächen < 1 m² teilweise unterrepräsentiert, Moose dagegen überrepräsentiert. Um alle Artengruppen angemessen zu berücksichtigen, sind Untersuchungsflächen > 4 m² zu empfehlen.

 

Stichwörter

Arten-Areal-Beziehung, Gefäßpflanzen, Moose, Flechten, Helichryso-Jasionetum

 

Projektinformationen

Laufzeit: 01.04.1998 bis 31.12.2005

Projektkoordination: Dr. Christian Dolnik

Kooperationspartner: Arbeitskreis Trockenrasen in Deutschland; working group "dry grasslands in the Nordic and Baltic countries"

 

 




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