Anthelminthikaeffekte auf die Keimung und Keimlingsetablierung

Einfluss von makrozyklischen Lacton-Anthelminthika auf die Samenkeimung und die Keimlingsetablierung von Grünlandarten

Makrozyklische Lactone werden in der Tierhaltung gegen Endo- und Ektoparasiten, wie Milben oder Würmer, eingesetzt. Sie werden nach der Behandlung in großer Menge von den beimpften Tieren über Dung und Urin wieder ausgeschieden. Zahlreiche Untersuchungen zeigen bereits, dass der mit macrocyclischen Laktonen belastete Dung schädlich für Nicht-Ziel Organismen aus der Gruppe der Insekten, z.B. Dungkäfer, ist. Neueste Untersuchungen zeigen aber auch, dass Anthelminthika ebenfalls die Keimung und Keimlingsetablierung von Grünlandarten negativ beeinflussen.

Das dauerhafte Überleben von Pflanzenpopulationen hängt stark von einer regelmäßigen Regeneration ab, so dass die Samenkeimung und die Etablierung der Keimlinge die kritischsten Stadien im Leben eines Pflanzenindividuums darstellen. Insbesondere bei seltenen und vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten können Veränderungen in der Regenerationsfähigkeit besonders starke Auswirkungen haben. Darüber hinaus profitieren Pflanzen generell von der endozoochoren Ausbreitung ihrer Samen; ein gut und oft dokumentiertes Phänomen, das vielfach auch im Naturschutz genutzt wird, um die Wiederausbreitung typischer und/oder seltener Pflanzenarten zu unterstützen. Wenn nun Ausbreitungsvektoren, wie Schafe, mit Anthelminthika behandelt werden, sind endozoochore Samen den Wirkstoffen ausgesetzte. Daher ist mit negativen Auswirkungen auf die Effektivität der Etablierung von Pflanzenarten nach endozoochorer Samenausbreitung durch Vieh von erheblicher allgemeiner ökologischer Relevanz sein wird.

In dem aktuellen DFG-Projekt sollen gezielt die Effekte verschiedener, gebräuchlicher, als Anthelminthika eingesetzer makrozyklische Lactone auf die Keimung typischer Kräuter und Gräser untersucht werden. Dies erfolgt sowohl mit Hilfe von Keimungsexperimenten unter Laborbedingungen, als auch mit Hilfe von Fütterungsexperimenten mit landwirtschaftlichen Nutztieren.

Projektinformationen:

Laufzeit: 2020-2023

Projektbeteiligte: Lars Laber M.Sc., Dr. Carsten Eichberg (Universität Trier), PD Dr. Tobias W. Donath

Kooperationspartner: Prof. Dr. Rolf-Alexander Düring (JLU Gießen)

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)