Ökologischer Landbau auf Hof Ritzerau

Naturschutz und Landwirtschaft auf Hof Ritzerau


Zusammenfassung

Im Forschungsvorhaben Hof Ritzerau sollen die Veränderungen, die mit Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweisen einhergehen, in ihrem zeitlichen Ablauf dokumentiert und aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes erwünschte bzw. angestrebte Effekte durch gezielte Maßnahmen gefördert werden. Hierzu gehört auch, dass die pflanzenbaulichen Maßnahmen durch eine zeitliche und räumliche Feinabstimmung optimiert werden. Detailliert untersucht werden in der bisher zeitlich unbegrenzten Laufzeit des Vorhabens folgende Themenfelder: Flora, Fauna, Boden, Wasser- und Stoffhaushalt, Pflanzenbau, Phytopathologie, Landschaftsökologie und Landschaftsgeschichte, Agrarökonomie und Umweltbildung.

Stichwörter

Ritzerau, Fielmann, Ökolandbau, Ökologische Landwirtschaft, Vegetation, Flora, Ökohydrologie, Floristische Diversität, Zoologie, Fauna, Regenwürmer, Laufkäfer, Kurzflügelkäfer, Vögel, Amphibien, Schmetterlinge, Pflanzenbau, Phytopathologie, Bodenkunde, Landschaftsökologie, Landschaftsgeschichte, Agrarökonomie, Umweltbildung

 

Projektinformationen

Laufzeit: Seit 01.03.2001Ritzerau-logo

Kontakt: Prof. Dr. Tim Diekötter

Projektkoordination: Prof. Dr. Tim Diekötter (Projektkoordination 2001 bis 2015: Prof. Dr. Hartmut Roweck)

Wissenschaftliche Bearbeiter: Lars Biernat; Dr. Christiane Eschenbach; Dipl. Inf. Friedel Hosenfeld;  Prof. Dr. Ulrich Irmler; Dipl. Biol. Bernd Koop; Dr. Detlef Kolligs; Dipl. agr. Katharina Lohaus; Dr. Ralf Loges; Ali Mongol; Andreas Rinker; Dr. Kirsten Rücker; Nikolaj Savenko; Prof. Dr. Joachim Schrautzer; MSc. Dipl. Geogr. Christian Winkler; Hui Zhang

Technische Mitarbeiter: Dipl. Des. Doris Kramer; Mona Dahmen (Fotodesign)

Ehemalige Mitarbeiter: Dr. Lars Schröter; N. Schulz; Dr. Dirk Lorenzen; Dr. Günther Gubi; Dr. Stefan Reiß; Dr. Ulrike Werban; Dipl. Biol. Oliver Geweke; MSc. Derk Westphal; MSc. David Nannen; Dr. Helge Neumann; Dr. Sanna Matz; Dr. T. Tiedemann; Dr. Andrey Mitusov

Kooperationspartner: Institut für Agrarökonomie, Universität Kiel; Institut für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz, Universität Göttingen; Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Grünland und Futterbau - Ökologischer Landbau, Universität Kiel; Institut für Digitale Systemanalyse & Landschaftsdiagnose (Digsyland)

Auftraggeber: Prof. h.c. Dr. h.c. Günther Fielmann 


 

Hof Ritzerau liegt im Kreis Herzogtum Lauenburg im Bundesland Schleswig-Holstein, etwa 60 km nordöstlich von Hamburg. Etwa 70 % der Landfläche entfallen auf Ackerland, 10 % auf Grasland, der Rest verteilt sich auf kleine Wasserflächen, Knicks, Sträucher usw. Ursprünglich wurde Hof Ritzerau nach konventionellen Methoden bewirtschaftet, bevor sein neuer Eigentümer, Herr Günther Fielmann, 2001 die allmähliche Umstellung des Betriebes auf ökologische Landwirtschaft veranlaßte. Diese Umstellung wird von einem interdisziplinären Team von Wissenschaftlern unterschiedlicher Forschungsinstitute begleitet.

Ritzerau

 

Ziel der Forschungsarbeiten ist es, die mit der Umstellung auf die ökologische Anbauweise einhergehenden Veränderungen in ihrem zeitlichen Ablauf zu dokumentieren und die aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes erwünschten bzw. angestrebten Effekte durch gezielte Maßnahmen zu fördern. Das bedeutet, daß die Pflanzenbaumaßnahmen des Ökolandbaus durch eine zeitliche und vor allem auch räumliche Feinabstimmung optimiert werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen ist folgende Frage zu klären:
Wie, in welcher Intensität, zu welchem Zeitpunkt und wo haben einzelne Maßnahmen zu erfolgen, damit die Ziele des Natur- und Landschaftsschutzes in Abstimmung mit betriebswirtschaftlichen Vorgaben umgesetzt werden können?

Zeitplan des Projekts „Hof Ritzerau“:

I. Phase (2001 – 2003): Aufnahme des Status quo. Analyse der Auswirkungen der veränderten Landnutzung auf biotische und abiotische Ressourcen und Erstellung eines neuen Management-Konzeptes.

  • Kartierung von Vegetation sowie, Bodenarten und –eigenschaften.
  • Aufnahme der hydrologischen Eingangssituation, Erfassung hydrologischer und hydrochemischer Daten.
  • Artenerfassung der Carabidae, Staphylinidae, Regenwürmer, Amphibien, Vögel und Gefäßpflanzen.
  • Sammlung bzw. Erstellung digitaler Daten wie z. B. eines digitalen Höhenmodells, Langzeitklimadaten, historischer und geomorphologischer Karten verschiedener Maßstäbe usw.
  • Computergestützte Landschaftsanalyse des „Hofes Ritzerau“ und seines Einzugsgebietes (Bestimmung solcher Gebiete, die hinsichtlich Bodenerosion, Nitratauswaschung usw. besonders empfindlich sind).
  • Ökohydrologische Analyse und Monitoring der Effekte einer veränderten Landnutzung und Wiedervernässung eines zuvor entwässerten minerotrophen Niedermoores.
  • Analyse der Folgen des veränderten Landnutzungssystems auf Flora und Fauna.
  • Evaluierung verschiedner Fruchtwechselfolgen, Saatexperimente („Bicropping“).
  • Entwicklung und Implementierung von Management-Strategien.
  • Wiederherstellung einer Ackerkrautvergetation durch Aussaat.
  • Beweidungskonzepte. 


II. Phase (ab 2004: Monitoring)

Dank der langfristigen Finanzierung durch den Besitzer, Günther Fielmann, ist ein kontinuierliches Monitoring auf unterschiedlichen Ebenen möglich.

Die zweite Projektphase (seit Mai 2005) ist dem Monitoring gewidmet (Beobachten von Langzeit-Effekten der Umstellung).
Von vergleichbaren Studien im deutschsprachigen Raum unterscheidet sich das Forschungsvorhaben u. a. durch folgende Aspekte:

  • Durch eine umfassende Status quo-Aufnahme vor der Umstellung, so dass deren Erkenntnisse berücksichtigt werden können
  • Durch den weit gefassten Zeitrahmen: so können erstmals im ökologischen Landbau  auch die langfristig zu erwartenden Effekte der Umstellung sicher erfasst werden.
  • Durch die Maßnahmen des Arten- und Biotopschutzes - sowohl auf dem Betrieb als auch im angrenzenden Umland
  • Die Forschungsaktivitäten machen nicht an den Betriebsgrenzen halt, sondern berücksichtigen bei ihren Zielen z.B. dem Schutz von Böden, Grundwasser oder Pflanzen- und Tierwelt gesamtlandschaftliche Zusammenhänge. So werden beispielsweise auch die angrenzenden Wälder als „Quellbiotope“ in der Gesamtkonzeption berücksichtigt und Stoffflüsse nicht nur auf den Betriebsflächen untersucht.

 



Projektstruktur

  • Übersicht Teilprojekte
  • Agrarökonomie - Ökologischer und konventioneller Landbau im Vergleich - Produktivität, technischer Fortschritt und Risiko
  • Amphibien - Erfassung der Amphibienbestände in ihren Laich- und Landhabitaten
  • Bodenkunde - Merkmale und Entwicklung der Bodenlandschaft
  • Brutvögel - Brutvögel der Ackerflächen und Ressourcennutzung
  • Floristische Diversität - Floristische Diversität der Ackerstandorte
  • Käfer - Räumliche und zeitliche Verteilung von Lauf- und Kurzflügelkäfern auf den Agrarflächen von Hof Ritzerau
  • Landschaftsökologie - Strukturelle und funktionale Analyse abiotischer Landschaftselemente
  • Ökohydrologie - Vegetationskunde I: Ökohydrologie und Vegetation der grundwassernahen Bereiche
  • Pflanzenbau - Optimierung von Fruchtfolgesystemen im ökologischen Pflanzenbau
  • Phytopathologie - Einfluß unterschiedlicher Fruchtfolgesysteme auf Schaderregervorkommen in Getreide und Körnerleguminose
  • Regenwürmer - Räumliche und zeitliche Dynamik der Regenwürmer bei der Umstellung auf ökologischen Landbau
  • Schmetterlinge - Naturnahe Waldsäume als Lebensraum von Schmetterlingen
  • Umweltbildung - Ganzheitliches Lernen in der Ökologischen Landwirtschaft

 

Themen

Gebiet

Klima

Ergebnisse

Links

MitarbeiterInnen

Pressematerial

Publikationen

Intern




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