Teilprojekt: Bodenkunde

Merkmale und Entwicklung der Bodenlandschaft

Zusammenfassung

Untersucht werden durch Grabungen und Bohrungen die Verbreitung, die Eigenschaften und die Entstehung der Böden am Hof Ritzerau. Bereits in der Jungsteinzeit begannen Menschen auf den Hängen westlich der Aue des Duvenseebaches Wälder, die sich in der frühen Nacheiszeit entwickelt hatten, zu roden und ackerbaulich zu nutzen. Im Verlauf von Bronze- und Eisenzeit wurde die Nutzung ausgedehnt und intensiviert. Die urgeschichtliche Bodenerosion und Sedimentation veränderte die Böden stark. Wald eroberte die Flächen in der Völkerwanderungszeit zurück. Erneute Rodungen und nachfolgender Ackerbau prägten das frühe und das hohe Mittelalter. Im späten 19. und im 20. Jh. wurde die ackerbauliche Nutzung intensiviert: Sehr starke Bodenumlagerungen fanden auf den ackerbaulich genutzten Hängen statt, die Ackerterrassen entstanden an den Rändern der Aue des Duvenseebaches. Mit der Umstellung auf ökologischen Landbau wurde eine Phase bodenschonender Nutzung begonnen. 

Stichwörter

Bodenentwicklung, Bodenverbreitung, Landnutzungsgeschichte, Landschaftsgeschichte 

Teilprojektinformationen

Teilprojektlaufzeit: 01.03.2001 bis 31.08.2006
Wissenschaftliche Koordination: Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork
Ehemalige Mitarbeiter: Dr. Stefan Reiß; Dr. Ulrike Werban

Bodenkundliche Untersuchung im Zusammenhang mit der Umstellung von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft
Projektleiter: Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork
Institut: Institut für Digitale Systemanalyse und Landschaftsdiagnose (Digsyland)

Bestandsaufnahme
Projektleiter: Prof. Dr. Rainer Horn
Bearbeiter: Dipl.-Geogr. Frank-Helge Richter
Institut: Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Ziele und Methoden

Die verschiedenen Böden des Gut Ritzerau werden in ihrer regionalen Verbreitung erfasst und diese Verbreitung wird anhand eines GIS Systems graphisch dargestellt. Dazu wird eine bodenkundliche Kartierung des gesamten Gebietes vorgenommen. Die Bohrpunkte werden mit GPS eingemessen. Im weiteren Untersuchungsverlauf wird je ein Leitprofil Bodentypeneinheit angelegt um Probennahmen für bodenphysikalische und -chemische Untersuchungen zu ermöglichen.

Die bodenphysikalischen und -chemischen Eigenschaften werden unter konventioneller und unter ökologischer Bewirtschaftung analysiert und verglichen.

Erosionskästen werden eine Einschätzung des Feststofftransportes liefern. Durch Einsatz einer Tensiometer-/Saugkerzenanlage sollen langfristig Wasser- und Stoffflüsse charakterisiert werden.

Um modellbasierte Aussagen zum Stickstoffhaushalt mit Messergebnissen zu hinterlegen, werden Nmin-Messungen (1mal jährlich zum Ende des Vegetationszeitraums) bzw. zweimal jährlich (zusätzlich zu Beginn der Vegetationsperiode) an nach Repräsentanzkriterien ausgewählten Teilschlägen durchgeführt. Während die regelmäßigen Beprobungen in den Standardtiefen (0–30, 30–60, 60–90 cm) erfolgt, wird im Rahmen einer ersten Erhebung die Erweiterung der Beprobungstiefe bis 3 m (jeweils in 50-cm-Intervallen) angestrebt. Die für die Nmin-Messungen erhobenen Bodenproben werden in einem mit dem Institutslabor im auf weitere Parameter untersucht: pH-Werte (in KCl), Kohlenstoffgehalt, Gesamtstickstoffgehalt (C/N-Analytik).

Von besonderem Interesse für das Gesamtprojekt ist die Abschätzung der tatsächlichen N-Verluste aus den Ackerschlägen des Hofes Ritzerau und damit die Vorhersage des N-Eintrages in das am Hangfuß an die Ackerschläge angrenzende Feuchtgrünland. Voraussetzung hierfür sind tatsächliche Messungen an repräsentativ über die Ackerschläge verteilten Messpunkten. Bei der Wahl der Messpunkte wurden sämtliche auf dem Betrieb großflächig angebauten Kulturarten als auch die vorherrschenden Bodentypen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise ermöglicht die Analyse eventueller Interaktionen von Bodentyp und Kulturart.

Zu diesem Zweck wurden je Kulturart an jeweils 3 gleichmäßig über die vorherrschenden Bodentypen verteilten Messpunkten je 4 keramische Saugkerzen zur Messung der Nitrat-Konzentrationen im Sickerwasser installiert. Insgesamt wurde so über den Betrieb ein Netz von ca. 150 repräsentativ verteilten Saugkerzen zur Ermittlung der Nitratverluste gespannt.




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