Bodendaten aus der Reichsbodenschätzung (RBS)

Die im Zuge der Reichsbodenschätzung während der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts gesammelten Informationen zu den Böden Deutschlands dienen als Datengrundlage für das Methodenmodell DILAMO. Aufgrund laufender Nachschätzungen haben diese Daten nicht an Aktualität verloren. Mit der Reichsbodenschätzung liegen unter einheitlichen Kriterien erstellte Bodenkarten für die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Deutschlands vor. Durch das enge Beprobungsraster von 50 x 50 m liefern diese Karten sehr genaue Informationen zu Bodenarten und natürlicher Ertragsfähigkeit der Böden. Auf den Schätzkarten sind die Probenpunkte, auch Grablöcher genannt, mit Information zu Bodenart, Zustand, geologischem Alter, Bodenzahl und Ackerzahl verzeichnet.

 

Jedem Grabloch ist noch ein sogenannter "Grablochbeschrieb" zugeordnet, der noch zusätzliche, auf das gesamte Tiefenprofil des Bodens bezogene Information liefert.

 

 

Mit Hilfe des Programmes BOSSA-SH (Bodenschätzungs-Standard-Auswertung Schleswig-Holstein) werden die Grablochbeschriebe folgendermaßen aufbereitet:

  • Übersetzung der profilbezogenen Angaben aus den Grablochbeschrieben in die wissenschaftliche Spracheder Bodenkunde
  • Ableitung von physikalischen und physikochemischen Kenngrößen des Bodens
  • Durchführung einer funktionsbezogenen Bewertung des Bodenprofils

 

Für Flächen, die nicht im Zuge der Reichsbodenschätzung erfasst wurden (z. B. Wälder, Siedlungsbereiche) können die Bodeneigenschaften mit dem ebenfalls im Methodenpaket DILAMO enthaltenen Programm SURREAL geschätzt werden. Durch ein regelbasiertes Verfahren werden denjenigen Flächen, die von der Reichsbodenschätzung nicht erfaßt wurden, in Abhängigkeit von ihrem Relief, Grundwasserabstand und benachbarten Grablöchern, ein repräsentatives Bodenprofil zugeordnet.




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