Datenmanagement- eine Einführung

Dieser Artikel bietet einen Überblick darüber, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Zielsetzungen im Projekt "Hof Ritzerau" zukunftsorientiertes Management von Daten und Informationen betrieben wird.

 

Ausgangssituation im Projekt "Hof Ritzerau"

Projekt "Hof Ritzerau" ist in der glücklichen Lage, interdisziplinäre Forschung über einen langen Zeitraum hinweg durchführen zu können. Dadurch entstehen neue Anforderungen an das Daten-, Informations- und Wissensmanagement, die in Forschungsprojekten mit Regellaufzeiten von drei Jahren für gewöhnlich nicht auftreten. Das Daten- und Informationsaufkommen ist im Projekt "Hof Ritzerau" aufgrund der großen Mitarbeiterzahl und der langen Laufzeit außerordentlich hoch. Dadurch, dass interdisziplinär gearbeitet wird und über den Projektzeitraum mit einer gewissen Mitarbeiterfluktuation zu rechnen ist, müssen die Daten nicht nur für den Datenautor selbst, sondern auch für die übrigen Mitarbeiter verständlich sein. Schließlich ist die Zeitspanne, innerhalb derer die Daten nutzbar seien müssen wesentlich länger als sonst üblich.

Mit dem Aufbau des Metadatenkatalogs wurde ein wichtiges Werkzeug bereitgestellt, mit dessen Hilfe Daten und Informationen aller Teilprojekte umfassend zu dokumentieren und dadurch deren inhärenten Wert auf lange Sicht zu erhalten.

 

Zukunftsorientiertes Management von Daten und Information

Eines der Hauptziele in der zweiten Phase des Projektes besteht darin, alle relevanten Daten und Ergebnisse so abzulegen und zu beschreiben, dass sie auch in Zukunft maschinenlesbar sind und von allen zukünftigen NutzerInnen und BearbeiterInnen verstanden und weiterverwendet werden können. Die Realisierung dieses Ziels ist äußerst bedeutsam, da die Integrität und die dauerhafte Nutzbarkeit von Daten und Informationen von Anfang an durch folgende Faktoren gefährdet sind (NESTOR-ARBEITSGRUPPE 2006):

  • Datenverlust (Medienzerfall, Softwareentwicklung, fehlende Lesegeräte,)
  • Kontextverlust (fehlende Dokumentation, Mitarbeiterfluktuation,)
  • Geringe Wertschöpfung (Daten u. Informationen werden zu Einweg-Produkten)

Diese Gefahren können jedoch durch gezieltes, effektives Daten- und Informationsmanagement ausgeräumt werden. Fehlt dieses Management, erleidet ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben mit hoher Wahrscheinlichkeit wirtschaftliche und wissenschaftliche Verluste bzw. Schäden (INTERNATIONAL COUNCIL FOR SCIENCE 2004), weil entweder Daten innerhalb kürzester Zeit nicht mehr nutzbar sind, oder weil das Potential vieler Datensätze nicht ausgeschöpft werden kann, da diese z.B. aufgrund mangelnder Dokumentation nicht mehrfach nutzbar sind.

Aus diesem Grunde wird im Rahmen des Projektes "Hof Ritzerau" eine effektive, langfristig angelegte Strategie zum Umgang mit Daten, Informationen und Wissen entwickelt. So soll der Verlust von Ressourcen verhindert und einen Mehrwert der Datensätze geschaffen werden (z.B. durch Mehrfachnutzung oder räumliche Assoziationen). Mit dem Management von Daten und Information in Forschungsvorhaben sind folgende Herausforderungen verbunden:

  • Die Forschungsergebnisse werden in einer Vielfalt verschiedener Datentypen abgelegt, die unterschiedlicher Management-Strategien bedürfen.
  • Daten- und Informationsmanagement ist im wissenschaftlichen Bereich noch nicht etabliert, daher stehen keine fertigen Software-Lösungen zur Verfügung.
  • Daten- und Informationsmanagement besteht aus mehreren Schritten und ist daher besonders arbeitsintensiv:
    • Konzeption (Ziele, Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten, technische Umsetzung)
    • Aufbau der technischen Strukturen
    • Auswahl der relevanten Daten
    • Einpflegen der Daten in die technischen Strukturen

 

Literatur

 

  • nestor-Arbeitsgruppe Vertrauenswürdige Archive - Zertifizierung  (2006): Kriterienka­talog vertrauenswürdige digitale Langzeitarchive. - Frankfurt am Main : nestor c/o Die Deutsche Bibliothek, 2006. - 40 S. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0008-2006060710



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