Wiesenweihe in Schleswig-Holstein

Verlagerung von Brutstandorten der Wiesenweihe (Circus pygargus) in Schleswig-Holstein - Analyse, Bewertung und Handlungsempfehlungen 

Um den Ursachen der Brutplatzverlagerung und des zunehmend unsteten Auftretens der Wiesenweihe in Schleswig-Holstein auf den Grund zu gehen soll im Rahmen eines mehrjährigen, vom Ministerium für Energiewende, Umwelt und ländliche Räume aus Artenschutzmitteln finanzierten Forschungsprojekts, untersucht werden
-    was die Ursachen der genannten Entwicklung sind,
-    ob diese den Erhaltungszustand der Wiesenweihe in Schleswig-Holstein negativ beeinflusst, etwa durch schlechteren Bruterfolg,
-    was an geeigneten Maßnahmen vorgeschlagen werden kann, um ggf. einer Abwanderung entgegenzuwirken.

Dem Forschungsprojekt liegt eine Reihe von Hypothesen zugrunde. Zum einen soll geprüft werden, ob Veränderungen in der Attraktivität der Bruthabitate in den jeweiligen Naturräumen ursächlich sind. Denkbar wäre etwa, dass Veränderungen in der Phänologie der Bruthabitate, unterschiedliche Entwicklungen der Prädatorendichte oder auch anthropogene Störungen durch Wartung und Errichtung von Windkraftanlagen in unterschiedlichem Maße in Marsch, Geest und Hügelland Einfluss auf die Wahl des Brutplatzes haben. 
Zum anderen könnte sich auch die Attraktivität des verfügbaren Nahrungshabitats in den jeweiligen Naturräumen unterschiedlich entwickelt haben. Auch hier wäre sowohl ein Attraktivitätsverlust der Nahrungshabitate in den Marschen, als auch eine Attraktivitätssteigerung derer auf Geest und im Hügelland möglich. 
Die vorgesehenen Methoden zielen folglich darauf ab, eventuell vorhandene Unterschiede zwischen den Naturräumen herauszuarbeiten. Zur Charakterisierung der Bruthabitate sollen u.a. phänologische Daten zum Zeitpunkt der Ansiedlung erhoben werden, aber auch vorhandene Daten, etwa zur Bebauung mit Windkraftanlagen oder der Prädatorendichte mit statistischen und geostatistischen Verfahren ausgewertet werden. Auch zur Charakterisierung des Nahrungshabitats sollen u.a. Landnutzungsdaten auf diese Weise untersucht werden. Ein wichtiger Baustein soll die Besenderung einzelner Wiesenweihen darstellen, um die Raumnutzung zu dokumentieren. Weiterhin sollen mit Hilfe von Fotofallen, Beobachtung beuteeintragender Altvögel und Gewölleanalysen Beutespektren ermittelt werden.

 

Projektinformationen:

Laufzeit: 2016-2019

Projektbeteiligte: Christian Hertz-Kleptow M.Sc., PD Dr. Ing. Heinrich Reck

Förderer: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) SH